Digitales Shopfloor Management

Damit die gemeinsam beschlossenen Maßnahmen und Ideen nicht auf veralteten Daten basieren und Probleme rechtzeitig erkannt werden können, müssen die Tabellen und Übersichten am Board regelmäßig ausgedruckt und für alle sichtbar am Board ausgehängt werden. Diese konsequente Aktualisierung der Ausdrucke bleibt aber in vielen Unternehmen häufig aus, so dass veraltete Daten am Board keine Ausnahme sondern eher die Regel sind.

Shopfloor Management digitalisieren

Statt häufig ausgetauschter Ausdrucke und erneuerter Übersichten bietet sich die Möglichkeit an, auf ein digitales Board zurückzugreifen. Mit entsprechender Software können Exceltabellen automatisch ausgewertet und direkt mit aktuellen Werten auf dem Board veröffentlicht werden. So lassen sich auch größere Datenmengen übersichtlich im Griff behalten, da Trends oder Abweichungen durch die Software-Unterstützung identifiziert werden können. Automatische Datenübernahme vermeidet Eingabe- und Übertragungsfehler bei der Erfassung und reduziert den Zeitaufwand.

Die digitale Verfügbarkeit entscheidungsrelevanter Daten ermöglicht den Datenzugriff auch an anderen Unternehmensstandorten oder mobil über Smartphone und Tablet. So können räumlich entfernte Mitarbeiter über Videochatfunktionen in den Besprechungen zugeschaltet und eingebunden werden. Bei verschiedenen Unternehmensstandorten können Boards mit einheitlichen Gesamtdaten und individualisierten Daten des betroffenen Bereichs jeweils vor Ort genutzt werden. Dadurch lassen sich die Bereiche einfacher mit der Gesamtsicht des Unternehmens vereinbaren ohne ihren eigenen Bereich zu vernachlässigen.

Es ist auch möglich, mehrere Boards mit unterschiedlichen Daten im Unternehmen zu nutzen. So können für nachgeordnete Bereiche detailliertere Übersichten zur Verfügung gestellt werden, die genau auf den speziellen Bereich zugeschnitten sind. Am bereichsübergreifenden Board sind hingegen eher aggregierte Daten aus allen untergeordneten Boards von Bedeutung. So bleibt die Übersichtlichkeit erhalten und es kommt zu keiner Überfrachtung der Boards – ohne dass

die Gefahr besteht, wichtige Informationen zu verlieren.

Neben der Erfassung, Aufbereitung und Darstellung der relevanten Kennzahlen und Werte kann die Verwaltung der zu erledigenden Aufgaben ebenfalls durch Software erleichtert werden. So können Zuständigkeiten zugewiesen, Termine übersichtlich festgehalten und Aufgabenpakete abgestimmt werden. Auf individualisierten Seiten behält jeder Mitarbeiter einfach den Überblick über seine Aktivitäten.

Wichtig ist bei der Auswahl einer Lösung zum digitalen Shopfloor Management eine einfache und intuitive Bedienbarkeit der Geräte und Programme. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen sind zudem die Kosten der Einführung eines digitalen Shopfloor Managements nicht unerheblich. Spezielle Software mit zugehörigen Schulungen und Wartungsverträgen schreckt diese Unternehmen ab. Zudem sind bei dieser Software meist Funktionen enthalten, die für kleinere Unternehmen nicht erforderlich sind.

Einsatz von SharePoint und Power BI

Am Markt gibt es zur Einführung eines digitalen Shopfloor Managements verschiedene spezielle Portallösungen, die sich in der Regel nur für Großunternehmen lohnen. Für kleine und mittelständische Unternehmen hingegen reicht meist die digitale Unterstützung des Shopfloor Managements, welche sich durch eine geschickte Gestaltung und Kombination von Standardsoftware erreichen lässt.

Die Modellfabrik an der Hochschule Koblenz ist ein betriebswirtschaftliches Labor im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften. Anhand einer modellhaften LKW-Produktion aus Spielzeug-Baukästen lassen sich hier mit Hilfe von Planspielen computerunterstützt Unternehmensabläufe simulieren. In dieser Modellfabrik haben wir mit Unterstützung durch Meiss & Partner beispielhaft ein digitales Shopfloor Management auf Basis der Microsoft-Produkte SharePoint und Power BI aufgebaut.

Der Zugriff auf Power BI wurde dazu im SharePoint-Portal integriert und die Bereichs-Dashboards dort analog zu den Abläufen beim klassischen Shopfloor Management eingerichtet. Als erstes gibt es die Kategorie "Ziele", welche die übergeordneten,

strategischen Ziele des Unternehmens beinhaltet. Diesen strategischen Zielen sind in der Kategorie "Operative Prozesse" entsprechende Kennzahlenübersichten in Power BI zugeordnet. Abgeleitet aus diesen Kennzahlen ergeben sich wiederum Probleme oder Verbesserungsideen, genannt "Issues". Abschließend, zur Lösung der Probleme und zur Umsetzung der Ideen, werden diesen entsprechende Aktivitäten zugeordnet, was der letzten Kategorie entspricht. Der Aufbau über die Listenstruktur im SharePoint-Portal bietet die Möglichkeit, die Informationen je nach Anwendungsfall benutzerdefiniert nach Mitarbeitern oder Problemen zu filtern. Unsere Praxiserfahrungen im Rahmen von

Unternehmenskooperationen zeigen das breite Interesse an einer einfachen Lösung für die Umsetzung eines digitalen Shopfloor Managements bei kleinen und mittleren Unternehmen. Mit der Nutzung des Share-Point-Portals können gerade diese ihre Abläufe transparenter gestalten und von den Vorteilen der Digitalisierung in diesem Bereich profitieren ohne die Nachteile der aufwändigen Einrichtung eines komplett neuen Systems mit hohen Kosten in Kauf nehmen zu müssen.

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