Für Sebastian (links) und Udo Reimer haben Sinn, Spaß und Stolz bei der Arbeit Priorität – sowohl bei Kunden als auch in ihrem eigenen Unternehmen. So haben sie zum Beispiel einen Vertrag miteinander geschlossen, der sie verpflichtet, ihre Sinn-Spaß-Stolz-Philosophie in ihrem Unternehmen täglich anzuwenden.

Frithjof Bergmann, Begründer der "New Work"-Bewegung, forderte, dass wir den Begriff der Arbeit erneuern müssen. Seiner Ansicht nach hat Arbeit die Kraft, Menschen zu schwächen oder sogar zu töten, sie kann ihnen aber auch nahezu unbegrenzt Energie verleihen. Den aktuellen Zustand unserer Arbeitswelt nennt er "Armut der Begierde" mit Folgen wie Apathie, Gleichgültigkeit, Langeweile, Zynismus, Entmutigung, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung oder Depression. Doch es gebe Hoffnung, so Bergmann: „Menschen, die das tun, was sie wirklich, wirklich wollen und die einer zutiefst sinnvollen Arbeit nachgehen, können diesen Zustand überwinden“. Deshalb bedarf es neuer Organisationsformen. Eine Veränderung unserer Arbeitswelt ist längst kein individueller, subjektiver Wunsch mehr,

sondern immer mehr eine unternehmerische und volkswirtschaftliche Notwendigkeit.

Tony Hsieh, Gründer von Zappos, dem USamerikanischen Vorbild von Zalando, stellt die Frage, wie es sein kann, dass Städte, die sich in ihrer Einwohnerzahl verdoppeln, um 15 Prozent bei Innovation und Produktivität zulegen, während sich Firmen, die auf die doppelte Mitarbeiterzahl wachsen, in beiden Kennzahlen verschlechtern. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass wir heute immer noch in unseren tayloristischen Prozessen gefangen sind, in denen wenige Menschen an der Spitze stehen und die Arbeit in Prozessschritte zerlegen, um deren Befolgung dann zu beaufsichtigen. Das wird der dramatisch komplexer werdenden Welt nicht mehr gerecht und führt

zu immer mehr gefühlten Konflikten zwischen privatem und beruflichem Leben. Dieselben Menschen, die privat größere Investitionsentscheidungen treffen (Autokauf, Immobilienkauf etc.) dürfen an ihrem Arbeitsplatz oft nicht einmal über niedrige dreistellige Beträge verfügen.

So stellt sich die Sinnfrage auch im Managementbereich immer öfter: Sind die bisherigen Strukturen noch die richtigen? Oder erfordert die neue Wissensverteilung eine neue Ausgestaltung von Entscheidungsprozessen und dem Umgang miteinander? Deshalb setzen wir schon heute auf Erfolg durch Sinn, Spaß, Stolz.