Prof. Constantin May und Gerd Aulinger begrüßten die Teilnehmer und betonten, dass es beim KATA-Praktikertag um den offenen Austausch und das von- und miteinander Lernen gehe, sowie um die Vernetzung.
Mike Rother erzählte rückblickend, wie er durch jahrelange Erforschung des Toyota-Produktionssystems das Muster der KATA entdeckt hatte. „Toyota arbeitet seit über 60 Jahren profitabel – das fällt auf. Deshalb steht das Unternehmen unter Beobachtung und viele versuchten, die Methoden zu kopieren. Wir wussten nicht viel über das Management-System“. Das Erfolgsgeheimnis des Automobilkonzerns sei nicht auf Anhieb sichtbar gewesen. Mit Entdeckung der KATA kam die weniger sichtbare Ebene, nämlich die systematische wissenschaftliche Denk- und Handlungsweise zum Vorschein. „Manager sind Lehrer und bringen Mitarbeitern diese Denk- und Handlungsweise bei“, so Mike Rother. Die von ihm beschriebenen vier Schritte der Verbesserungskata (Herausforderung – Wo befinden wir uns jetzt? – Zielzustand definieren – iterativ arbeiten, experimentieren) seien lediglich ein Modell. Es gehe darum, sich eine wissenschaftliche Denk- und Handlungsweise anzueignen. Dazu sei ein hochfrequentes Üben (täglich!) erforderlich. „Das ist etwas anderes als Kanban oder One-Piece-Flow zu kopieren, so Mike Rother. Mit der KATA erwerbe man eine inhaltsneutrale Meta-Fähigkeit, die sich in allen Bereichen anwenden lasse.
„Mit dieser wissenschaftlichen Denkweise können wir uns durch unbekanntes Terrain bewegen. Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der KATA in Produktion, Administration, IT, im Privatbereich oder in Schulen erläuterten die Referenten. Die Videoaufzeichnungen der Vorträge können Sie anschauen auf dem YouTube-Kanal "KATA Praktikertag".
CETPM Benchmarktreffen News
Nachlese zum 18. CETPM Benchmark-Treffen
Kulturinitiative "Können, Wollen, Dürfen" sichert bei B. Braun dauerhaften Erfolg
B. Braun in Melsungen ist mit modernen Technologien und seinem Portfolio innovativer Pharma- und
Medizintechnikprodukte seit 175 Jahren erfolgreich. Bei dem 18. CETPM Benchmark-Treffen erlebten die
Teilnehmer im Dialog mit Mitarbeitern und Führungskräften wie dort Verbesserungskultur gelebt wird.
In drei Foren erlebten die Gäste hautnah, wie ein gesunder Lean-Weg aussehen kann. Das Thema "Wollen" kam anhand der Zielkaskadierung mit Hilfe von Shopfloor Management zum Vorschein. Das "Können" stellten die Teams anhand von KAIZEN-Workshops und Lernwerkstatt vor. Das "Dürfen" wurde dadurch belegt, dass die Mitarbeiter ihre Linien selbst mit Bauelementen des Herstellers item gestalten. Beeindruckend ist der große Schritt von standardisierten Arbeitsschritten zur individualisierten Arbeitsplanung, den die Mitarbeiter bei der Fertigung von Infusionspumpen realisiert haben.
Die Offenheit und die Bereitschaft von Mitarbeitern und Führungskräften, auf Fragen einzugehen, begeisterte die Teilnehmer. Produktionsleiter Joost Fastenrath betonte, dass er die Beziehung zwischen Führungskräften und Mitarbeitern stark in den Fokus stellt. Dabei setzt er auf Einzel- und Gruppencoaching. In einem Bereich wird bereits der Ansatz für das Arbeiten mit der KATA verfolgt.
Wie bei allen Benchmark-Treffen gab es zum Schluss eine Blitzlichtrunde, wo sich Veranstalter und Teilnehmer Feedback gaben. „Für uns ist es wichtig, Feedback zu erhalten, wie unser Handeln auf andere wirkt. Die positiven, wie kritischen Anmerkungen der Teilnehmer helfen uns, den eingeschlagenen Weg weiter konsequent zu beschreiten“, sagt Joost Fastenrath.
