Erlernen einer Meta-Fähigkeit

Mit der KATA erlernen die Kinder eine Meta-Fähigkeit, die sie dazu befähigt, unterschiedlichste Herausforderungen und Probleme zu lösen. Sie überlegen sich klare Ziele, dann machen sie mehrere Versuche und reflektieren mithilfe der Lehrer: Wo willst du hin? Wo stehst du jetzt? Dieses strukturierte Vorgehen basiert auf dem sogenannten PDCA-Zyklus und wird "wissenschaftliche Denkweise" genannt, da Hypothesen aufgestellt werden, die mittels Experimenten verifiziert werden.

Aus den Abweichungen zwischen der Erwartung, was passieren wird (Theorie), und dem, was tatsächlich passiert (Experiment, Praxis) resultiert ein unmittelbarer, schneller Lernerfolg.

Folgende Kernpunkte müssen immer wieder in die Überlegungen mit einbezogen werden: Wir wissen im Vorfeld nie genau, wie wir ein Ziel erreichen werden. Wir müssen unsere Ideen testen. Probiere etwas aus, beobachte was passiert und passe entsprechend dem Gelernten an. Um von einem Experiment zu lernen, sollten wir aufschreiben, was wir erwarten und was tatsächlich passiert. Dann können wir dieses vergleichen. Damit die Grundschüler beim Puzzlespiel erfolgreich arbeiten, empfiehlt es sich, mit einer klaren Tafelanschrift zu arbeiten (s. Abb. 1).

Fazit

Seit vier Jahren gibt es keine Zwischenzeugnisse mehr. Stattdessen führen die Lehrer Lernentwicklungsgespräche mit den Kindern unter Anwesenheit der Eltern. Der Lehrplan gibt die Kompetenzentwicklung vor und die Kinder sollen ihren Leistungsstand selber einschätzen und sich gezielt verbessern. Gemeinsam werden Ziele formuliert, wobei die Eltern die Rolle des Zuhörers einnehmen. Auch dazu eignet sich die KATA bestens. Allerdings gelingt das nur, wenn man die Eltern mit ins Boot holt. Wir haben die Eltern durch Informationsveranstaltungen über die KATA informiert. Dabei übten diese selbst mit dem KATA-Puzzle und erlebten hautnah, wie die KATA funktioniert.

Mit der wissenschaftlichen Vorgehensweise der KATA bekommen Schulkinder ein gutes Rüstzeug für die Herausforderungen des Lebens.
Mit der wissenschaftlichen Vorgehensweise der KATA bekommen Schulkinder ein gutes Rüstzeug für die Herausforderungen des Lebens.

Die Autorin

Tanja Schleußinger ist Schulleiterin der Grundschule Flachslanden. Sie ist Multiplikatorin für den LehrplanPlus und Expertin für das Fach Heimat- und Sachunterricht. Von Anfang an war die KATA ein fester Bestandteil ihrer Überlegungen zur Unterrichtsplanung. Ihre Erfahrungen gibt sie auf Fortbildungen und Fachtagungen weiter.

Wir möchten eine Schule sein, ...

• in der sich alle, die daran Teil haben, wohlfühlen - eine Schule, in der es Spaß macht zu lernen, die Zeit und Raum lässt für Gefühle, Bewegung und Begegnung.

• die Fehler und Schwächen zulässt und in der man lernt, damit umzugehen.

• die Stärken und besondere Begabungen erkennt und fördert.

Damit die KATA in der Schule funktioniert, muss sie von Lehrern, Eltern und Schülern verinnerlicht werden. Wenn dies gelingt, dann fördert die experimentelle Vorgehensweise ein selbstbestimmtes und damit motiviertes Lernen. Die KATA dient als Zielfindungshilfe und fördert alle Fähigkeiten, welche die Schüler lernen sollen. Die KATA macht die Kinder fit für die Herausforderungen des Lebens und kann auch außerhalb der Schule angewendet werden.

• die die Fähigkeiten eines jeden berücksichtigt, die Bildung und Erziehung vermittelt, ohne Anspruch auf Vollkommenheit.

• die Zeit lässt für Experimente und eigene Wege - eine Schule, die beschützt und stark macht und in der Gemeinschaft und Miteinander groß geschrieben werden.

"KATA im Klassenzimmer" ist eine Initiative der KATA school Germany.

Quellen- und Literaturhinweise

1. Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts (Hrsg.): Perspektivrahmen Sachunterricht, Regensburg 2013, S. 65

2. Rother, M.: Die KATA des Weltmarktführers, Frankfurt am Main 2009

3. Schwarz, T.: Handbuch für den KATA-Coach, Herrieden 2017