Das Wort "Chaku-Chaku" kommt aus dem Japanischen und bedeutet entweder "Laden, Laden" 着々 oder es bezeichnet das Geräusch der Maschine beim Entladen ちゃくちゃく, so ähnlich wie "Klack Klack".

Das Grundprinzip der Chaku-Chaku-Linie ist denkbar einfach. Der Werker bewegt sich entlang der Linie von Prozess zu Prozess und bestückt lediglich die Maschine mit Teilen. Nachdem das Teil eingeladen wurde, startet er die Maschine und geht zum nächsten Prozess über. Am Ende der Linie beginnt er wieder von vorne. Wie immer gibt es dazu weitere Details zu betrachten:

Die Prozesse

Manuelles Entladen

Die Anlage muss eine Fließfertigung sein. Chaku-Chaku funktioniert in einer Auftragswerkstatt nicht wirklich. Die Prozesse selbst sind halbautomatisch und die Maschinen arbeiten eigenständig, sobald ein Teil eingefügt wird.

Automatisches Entladen

Für gewöhnlich erfolgt das Beladen der Maschine am Anfang manuell. Das Auswerfen des Teils nach Abschluss des Prozesses erfolgt automatisch. Der Grund liegt an den Kosten der Automatisierung. Es ist meist etwas kompliziert, ein Teil vom Puffer in eine genau definierte Position in der Maschine zu bringen. Es ist dagegen wesentlich einfacher, das Teil aus der Maschine in eine deutlich weniger festgelegte Position im nächsten Puffer auszuwerfen. Daher weist die Chaku-Chaku-Line eine geringere Komplexität auf als eine vollautomatische Linie, die den vollautomatischen Transport des Materials beinhaltet. wenn einige wenige Prozesse der Linie manuell sind, ist das auch kein großes Problem.

Starten der Prozesse

Die Prozesse starten entweder automatisch (eventuell nach einer kurzen Verzögerung oder beim Schließen eines Sicherheitskäfigs) oder der Mitarbeiter kann sie manuell starten. Insbesondere beim manuellen Start der Prozesse habe ich manchmal den Einsatz eines Schalters beobachtet, der so konzipiert ist, dass man ihn nur streifen muss, statt ihn zu drücken, um eine schnellere Ingangsetzung zu ermöglichen. Dafür gibt es ebenfalls eine japanische Bezeichnung: Nagara-Schalter ながらスイッチ (flexibler Stabschalter). Ich habe sowohl unbewegliche als auch flexible Schalter gesehen. Durch dieses "Streifen beim Vorübergehen" können ein paar Sekunden eingespart und die Effizienz erhöht werden – und es ist nur eine geringe Investition erforderlich (Abb. 2).

Dieser automatische Auswurf ist so weit verbreitet, dass ein japanischer Begriff es in das Lean-Vokabular geschafft hat: Hanedashi はね出し (springen, herausspringen) bedeutet das automatische Entladen von Maschinen.

Abgesehen davon ist auch das manuelle Entladen möglich, wenngleich es dann eigentlich keine Chaku-Chaku-Linie mehr ist. Dennoch kann die Chaku-Chaku-Linie einige manuelle Entladungsprozesse beinhalten. Insgesamt ist aber das automatische Entladen oftmals kostengünstiger als die Zeit, die der Werker zum manuellen Entladen benötigt. Ebenso kann es Prozesse geben, die vollständig manuell sind und bei denen die Beladung, Verarbeitung und Entladung von Hand erledigt werden. Auch das ist streng genommen nicht Chaku-Chaku, doch

Organisation mehrerer Mitarbeiter

Die Anzahl der Personen in einer Chaku-Chaku-Linie kann flexibel angepasst werden. Selbstverständlich muss es mindestens einer sein, und es müssen weniger sein als die Anzahl der Prozesse.

Prozessoptimierung Fachartikel

Wenn Sie mehr als einen Mitarbeiter einsetzen, haben Sie verschiedene Optionen, wie Sie die Maschinenbediener verteilen. Sie können eine Art Eimerkette bilden (engl. Bucket Brigade), bei der die Werker sich vorwärtsbewegen, bis sie den nächsten Kollegen treffen und dann zurückgehen, bis sie den vorhergehenden Kollegen treffen (Abb. 3).

Abtaktung der Linie

Eine weitere Möglichkeit ist das Baton-Touch-System (engl. für Staffelweitergabe), bei dem jeder Mitarbeiter für einen Abschnitt der Linie verantwortlich ist und die Arbeit an den nächsten Kollegen weitergibt. Das ist vermutlich die häufigste Methode, um die Arbeitsverteilung zu gestalten (Abb. 4).

Schließlich gibt es die Option einer "Hasenjagd" (engl. Rabbit Chase), wobei alle Werker hintereinander denselben Kreis laufen (Abb. 5). Eine voll besetzte Linie, in der jedem Prozess eine Person zugeordnet wird, ist keine Chaku-Chaku-Linie mehr, und ein Großteil des Nutzens der automatisierten Abwicklung geht verloren.

(sowie dem Entladen und den manuellen Tätigkeiten, falls vorhanden). Die automatische Verarbeitung zählt nicht.

Der Arbeitsinhalt für eine Person ist dann ungefähr die gesamte Arbeit geteilt durch die Anzahl von Leuten (wenn auch nicht exakt, denn das Arbeitspensum ist nicht immer gleichmäßig teilbar). Jedoch kann der Arbeitsinhalt einer Person nicht schneller sein als der langsamste Prozess. Wenn die Arbeit der Person schneller als der langsamste Prozess ist, müsste die Person auf die Fertigstellung des Prozesses warten. Aus diesem Grund können wir nicht zu viele Mitarbeiter im System gebrauchen.

Die Anzahl der Mitarbeiter hängt vom Arbeitspensum ab. Tatsächlich ist die Abtaktung der Linie ein wenig komplizierter. Das Gesamtarbeitspensum für Personen ist die Kombination aus der Beladung aller Maschinen und dem Starten der Maschinen plus der Gehzeit

Ich habe schon Chaku-Chaku-Systeme mit einem, zwei und drei Werkern gesehen. Systeme mit mehr Personen wären ebenfalls denkbar, besonders wenn die Linie länger ist. Mein Tipp: Vermeiden Sie die Überfüllung der Chaku-Chaku-Linie mit Werkern, wenn die Effizienz nicht leiden soll.

Pufferlager

Schematische Darstellung eines Werkers auf einer Chaku-Chaku-Linie. Schematische Darstellung eines Nagara-Schalters. Schematische Darstellung der Eimerkette. Abb. 4: Schematische Darstellung der Staffelweitergabe. Abb. 5: Schematische Darstellung der Hasenjagd.
Schematische Darstellung eines Werkers auf einer Chaku-Chaku-Linie. Schematische Darstellung eines Nagara-Schalters. Schematische Darstellung der Eimerkette. Abb. 4: Schematische Darstellung der Staffelweitergabe. Abb. 5: Schematische Darstellung der Hasenjagd.

Prozessablauf

Der Mitarbeiter kann entweder mit dem Materialfluss oder gegen den Materialfluss arbeiten. An dieser Stelle empfehle ich dringend, den Werker mit dem Materialfluss arbeiten zu lassen, denn das ist wesentlich intuitiver.

Wenn der Mitarbeiter mit dem Materialfluss arbeitet, muss er immer nur kurze Distanzen gehen. Er kann ein Teil aus dem Lager mitnehmen, wenn er daran vorbeiläuft und es dann sofort in die Maschine tun. Wenn er in die andere Richtung läuft, müsste er über die Maschine hinübergreifen, um das Teil aus dem Puffer zu holen (oder vom Puffer zur Maschine zurücklaufen), bevor er die Maschine bestücken kann.

Vor- und Nachteile

Es kommt noch schlimmer, wenn die Linie manuelles Entladen beinhaltet, da der Maschinenbediener dann ständig zwischen den Prozessen hin- und herlaufen müsste. Also lassen Sie den Mitarbeiter in der Richtung des Materialflusses arbeiten! darstellt. So kann die Gesamtproduktivität gesteigert werden, obwohl damit doch ziemlich viele Laufwege verbunden sind, die an sich wieder Verschwendung darstellen. Eine U-förmige Linie oder Zelle wird bevorzugt, oder jede Art von Linie, bei der das Ende nahe beim Anfang liegt, um Laufwege zu reduzieren.

Eine Chaku-Chaku-Linie benötigt normalerweise keine Pufferlager, außer zwischen den verschiedenen Werkern im Falle des oben beschriebenen Baton-Touch-Systems. Insbesondere für das manuelle Entladen ist ein Puffer sogar kontraproduktiv. Wenn Mitarbeiter ein Teil entladen, wäre es am einfachsten, es direkt in die nächste Maschine zu laden, anstatt es in ein Pufferlager zu tun und ein anderes Teil aus demselben Inventar zu nehmen.

Andererseits muss der Werker alle Prozessschritte kennen, um in der Chaku-Chaku-Linie zu arbeiten (außer Sie nutzen das Baton-Touch-System). Dadurch kann die Einarbeitung etwas schwieriger werden, obwohl die Arbeit normalerweise nicht besonders anspruchsvoll ist. Manchmal gibt es eine zweite Beschwerde: die Arbeit sei monoton und langweilig. Sorgen Sie dafür, dass es für die Mitarbeiter der Chaku-Chaku-Linie eine systematische Arbeitsplatzrotation gibt, damit sie zur Abwechslung an etwas anderem arbeiten können.

Der Vorteil der Chaku-Chaku-Linie ist, dass diese oftmals einen guten Kompromiss zwischen Automatisierung (Verarbeitung und Auswurf) und manueller Arbeit (Beladungs- und Startvorgang)

Eine weitere positive Seite ist, dass Chaku-Chaku-Linien häufig wenig oder gar kein Inventar zwischen den Prozessen benötigen und eine Variante des

One-Piece-Flow sind. Neben der Reduzierung des Inventars verbessert das außerdem die Durchlaufzeit.

Prozessoptimierung Fachartikel

in der Schlanken Produktion ist (obwohl in meinen Augen oft mehr über Chaku-Chaku geschrieben als wirklich umgesetzt wird). Jedenfalls wünsche ich Ihnen viel Erfolg beim Organisieren Ihres Betriebes.

Ich hoffe, diese Informationen bringen Ihnen etwas mehr Klarheit, da Chaku-Chaku nach wie vor ein beliebtes Thema