Prof. Dr. Constantin May begrüßte in der Ansbacher Orangerie die diesjährigen Absolventen sowie ihre Partner(innen) und Vorgesetzten. „Das Studium stellt hohe Anforderungen, weil es neben Beruf und Familie absolviert wird“, betonte er. Dies sei nur zu bewältigen, wenn alle an einem Strang ziehen. Neben der Unterstützung durch die Familie komme dabei den Unternehmen eine entscheidende Rolle zu, weil diese die Rahmenbedingungen für das berufsbegleitende Studium ihrer Mitarbeiter schaffen. Am Ende profitierten alle davon. Bereits während des dreijährigen Studiums, das blockweise an der Hochschule Ansbach stattfindet, setzen die Studierenden als Hausaufgaben in ihrem Unternehmen Verbesserungsprojekte um. und die Fähigkeit, sich selbst weiterzuentwickeln. „Man muss sich ständig selbst hinterfragen“, betont er. Und diejenigen, die es geschafft haben, sich auf die wichtigen Dinge zu fokussieren, könnten sehr stolz auf sich sein. Belohnt würden auch die Unternehmen, die in diese Menschen investiert haben. Sie hätten nun "echte Perlen" mit einer guten Bindung an das Unternehmen. Aufgabe der Hochschule sei es, die Studierenden im Leben abzuholen und eine Organisation zu schaffen, in der diese ihre Persönlichkeit weiterentwickeln können. Dies gelinge mithilfe der Lehrbeauftragten, die mit viel Knowhow, Freude und hohem Engagement zum Erfolg des Studienganges beitragen.
Prof. Dr. Sascha Müller-Feuerstein von der Hochschule Ansbach sieht das berufsbegleitende Studium eher als lebensbegleitendes Studium, da auch an die Familien der Studierenden und an die Studierenden selbst hohe Anforderungen gestellt würden. Dazu gehörten Organisationstalent, Belastbarkeit, fachliche Expertise
Das Studium umfasst regulär zehn Semester. Meistens können aufgrund der Vorbildung z.B. Techniker oder Meister die Studienzeit auf drei Jahre verkürzen. In dieser Abschlussklasse waren zwei Pioniere dabei, die mit einer normalen Berufsausbildung ins Studium eingestiegen sind. Sie haben im Vorfeld die Pflichtmodule an der virtuellen Hochschule Bayern (VHB) absolviert. Dort werden Bausteine wie z.B. Betriebswirtschaftslehre oder Personalführung vermittelt, welche ein Meister oder Techniker bereits mitbringt. Abb. 1: Dr. Oliver Prause (links) und Prof. Dr. May (rechts) gratulieren Christian Doll, dem besten Absolventen.
Virtuelles Lernen
Björn Glasbrenner ist einer dieser Pioniere. Er arbeitet bei Voith Turbo in Crailsheim. Nach seiner Lehre als Industriemechaniker hatte er drei Jahre in der Montage gearbeitet. Als sich das Unternehmen in Richtung Lean Management orientierte war er 2007 Teammitglied in einem Pilotprojekt. Seither beschäftigt er sich mit Lean. Sein Unternehmen sendet regelmäßig Mitarbeiter zur Aus- und Weiterbildung an die CETPM-Akademie. Als Herr Glasbrenner von der Möglichkeit des berufsbegleitenden Studiums erfuhr, bewarb er sich. Aufgrund seiner praktischen Erfahrungen wurde er trotz fehlendem Meister- oder Technikerabschluss für das Studium zugelassen.
Infos zum Studiengang:
Der berufsbegleitende Bachelor-Studiengang der Hochschule Ansbach richtet sich an Praktiker, die ihr Lean-Wissen ausbauen und akademisch untermauern möchten. Meister und Techniker können das Studium in drei Jahren absolvieren. Einsteiger mit Berufsausbildung erwerben vorab an der virtuellen Hochschule das Basiswissen, z.B. in Personalführung oder Betriebswirtschaft. Mehr Infos unter:
Absolventen, Christian Doll von der Firma Vitz in Velbert, den mit 1000 Euro dotierten InfPro-Award.
Während der ersten beiden Semester besuchte er die virtuelle Hochschule, um dann im dritten Semester in den Studiengang einzusteigen. „Das Lernen über das Internet war sehr anstrengend“, erinnert er sich. „Als ich später die Unterrichtsblöcke in Ansbach besuchte, konnte ich mich viel besser abgrenzen“, betont er. Da er bereits seit fünf Jahren Leanerfahrung gesammelt hatte, sei ihm das eigentliche Studium vor Ort relativ leicht gefallen. Er habe das Studium gut in sein Berufs- und Privatleben integrieren können, sagt er. Unterstützt wurde er von seinem Chef, Georgius Loukidis, der ihm Freiraum für Projekte gewährte und sich auch finanziell an den Studienkosten beteiligte. „Am Ende studierte er das, was er eigentlich schon tut“, so der Vorgesetzte. Sein Mitarbeiter sei durch diesen Weg als Persönlichkeit gereift und habe gelernt, die Zusammenhänge besser zu verstehen.
David Lommer, der bei Siemens CT Erlangen arbeitet, hat sich für das Studium entschieden, um seine Karriere voranzubringen. So lag sein Benefit durch das Studium weniger in den Inhalten als vielmehr im Tiefgang zu verschiedenen Themen und dem Austausch mit Kollegen. Er habe die Vorlesungen und Projekte nicht als Stress empfunden, sagt er und die Dialoge in der Netzwerkverbindung mit Gleichgesinnten seien sehr anregend gewesen.
„Die Nachfrage nach dem Studiengang ist ungebrochen, obwohl wir wenig Werbung dafür machen“, freut sich Erwin Stallwitz, Leiter Studiengang Wertschöpfungsmanagement an der Hochschule Ansbach. Die Qualität des Studiums sei auch den kleinen Gruppen mit maximal 20 Studierenden zu verdanken. Für den nächsten Einstiegstermin im Oktober 2016 können sich Interessierte ab Mai online bewerben. In einem persönlichen Gespräch wird mit jedem Bewerber geklärt, ob er die Voraussetzungen erfüllt und ob seine Erwartungen mit dem Studienprogamm übereinstimmen. Durch diese Klärung im Vorfeld verzeichnet das Prüfungskomitee eine hohe Erfolgsquote.
Der Bachelor-Studiengang findet Anklang in der Industrie und bei mittelständischen Unternehmen. Gewürdigt werden Spitzenleistungen der Studierenden durch das Institut für Produktionserhaltung (InfPro), das sich für die Erhaltung der industriellen Produktion in Deutschland und Europa einsetzt. InfPro-Vorstand Dr. Oliver Prause überreichte dem besten
