Immer mehr Unternehmen behaupten von sich, "lean" zu sein und ein ganzheitliches Produktionssystem etabliert zu haben. Mari Furukawa-Caspary beleuchtet die Hintergründe und zeigt auf, wo es immer noch Fehlinterpretationen der ursprünglichen Lean-Philosophie gibt. Als Dolmetscherin und Übersetzerin begleitet sie seit vielen Jahren japanische Berater, die mit ihrem Wissen über das schlanke Produktionssystem europäische Unternehmen unterstützen. Die Autorin ist vom universalen Ansatz des Synchronen Produktionssystems überzeugt und sieht darin ein System, das keineswegs nur in Japan funktioniert. Wichtig sei es, dass die grundlegende Denkweise entsprechend vermittelt wird.

Mittlerin zwischen den Kulturen

Mari Furukawa-Caspary hat durch ihre Tätigkeit einen direkten Zugang zu Quellen in Wort und Schrift, und sie ist in der Lage, diese mit der tatsächlichen Praxis vor Ort in Verbindung und Zusammenhang zu bringen. Durch Analysen der Primärliteratur im Original und durch intensive Beschäftigung mit dem Thema Lean kam sie zu der Erkenntnis, dass durch den Umstand, dass die meiste Literatur aus dem englischsprachigen Raum stammt, die Essenz der Lean-Philosophie auf eine fatale Weise verfälscht wird. Die Übersetzung der zentralen Lean-Begriffe ins Deutsche erfolge oft über den Umweg der englischen Sprache – ohne Kenntnis des ursprünglichen japanischen Begriffs oder einer direkten Anschauung einer wirklich erfolgten Transformation eines Unternehmens. Viele Experten würden sich gegenseitig zitieren und dabei die Inhalte aus ihrer eigenen Perspektive individuell filtern. So multipliziere sich der "Stille-Post-Effekt" und wesentliche Nuancen des Ursprungskontextes gingen verloren. sophien zurückgreifen zu müssen. Bei der praktischen Beschreibung der Methoden bringt die Autorin ihre Erkenntnisse und Erfahrungen aus vielen Leanprojekten ein. "Lean auf gut Deutsch" erscheint als Serie. In dem gerade erschienen Band 1 geht es um die Grundlagen der Leanphilosophie und deren Anwendung in der Praxis.

Mari Furukawa-Caspary hat sich in den vergangenen zehn Jahren intensiv damit beschäftigt, wie man die Grundprinzipien von Lean "auf gut Deutsch" ausdrücken könnte. Als Doppelsprachlerin gelingt es ihr, in der deutschen Umgangssprache oftmals verblüffend einfache Begriffe zu finden, mit denen das Synchrone Produktionssystem leicht verständlich, vor allem intuitiv nachvollziehbar, erklärt wird. Sie bringt die Denkweise, die dieses Produktionssystem hervorgebracht hat, auf den Punkt. Es ist ihr gelungen, Parallelen aus der deutschen Handwerkertradition zu finden, ohne auf kulturelle Eigenheiten der Japaner oder auf fernöstliche Philo-