Für Endverbraucher ist es schwer, geplante Obsoleszenz, sprich Sollbruchstellen welche die Produktlebensdauer begrenzen, bereits vor dem Kauf zu erkennen. Ohne Blick ins "Innenleben" oder die Durchführung diverser Härte- und Belastungstests sind es oft nur Indizien, die auf geplante Obsoleszenz hindeuten.

Frankreich sagt dieser Verbrauchertäuschung nun den Kampf an: Seit August 2015 wird der bewusste Einbau lebensdauerbegrenzender Sollbruchstellen per Energiewendegesetz als Betrug geahndet und strafrechtlich verfolgt. Zwei Jahre Haft und 300.000 Euro Geldstrafe drohen künftig jedem, der die Lebensdauer von Geräten bei der Produktion absichtlich verkürzt, um höhere Austauschraten zu erzielen. Die Geldstrafe kann sogar noch höher ausfallen; bis zu fünf Prozent des Jahresumsatzes eines Unternehmens.

Geplante Obsoleszenz wird hierbei definiert als die „Gesamtheit von Techniken, durch die derjenige, der das Produkt auf den Markt bringt, bezweckt, namentlich durch die Konzeptionierung des Produkts, die Lebensdauer oder den möglichen Gebrauchswert des Produkts absichtlich zu verkürzen, um den Verkauf von neuen Produkten zu erhöhen. Diese Techniken können insbesondere einschließen: den willentlichen Einbau einer Schadhaftigkeit, einer Sollbruchstelle oder eines programmierten, vorzeitigen Funktionsstopps, einer technischen Begrenzung, einer Verhinderung von Reparaturen oder einer beabsichtigten Nicht-Kompatibilität". Als Beispiel gelten Geräte, bei denen ein Akku nicht austauschbar ist oder Drucker, die nach einer bestimmten Anzahl gedruckter Seiten ausfallen (oftmals kurz nach Ablauf der Garantie).

Giftmüll und Elektroschrott zu erheblicher Umweltschädigung. Viele Elektrogeräte müssen wegen absichtlicher Schwachstellen schon nach wenigen Jahren entsorgt werden.

Unternehmen sollen umdenken

Das Verbot ist ein klares Signal an die Industrie, künftig auf die Langlebigkeit von Produkten Wert zu legen. Auch wenn ein Verstoß gegen das Verbot sehr schwer nachweisbar ist, da aufgedeckt werden müsste, dass für die Verkürzung der Lebensdauer eine klar erkennbare "Technik" mit Vorsatz verwendet wurde, sollen die Unternehmen zum Umdenken gezwungen werden. In Deutschland fordern im Bun-

Gut für die Umwelt und Schonung von Ressourcen

Nicht nur die Endverbraucher, sondern insbesondere auch die Umwelt sollen durch das "obsolescence programmée" geschützt werden, denn geplante Obsoleszenz ist Ressourcenverschwendung und führt durch vermehrten Anfall von destag einige Abgeordnete schon seit langem, es dem Vorreiter Frankreich in dieser Sache gleich zu tun und Verbraucher besser vor eingebautem Verschleiß zu schützen. Das Verbraucherschutz-Ministerium in Berlin will aber erst eine Studie des Umweltbundesamtes zum Thema "geplante Obsoleszenz" abwarten, die Ende 2015 vorliegen soll.

Bei der Landeserstaufnahmestelle (LEA) in Mannheim verschaffte sich Prof. Roser einen ersten Eindruck über den Prozess der Bearbeitung von Asylanträgen.
Bei der Landeserstaufnahmestelle (LEA) in Mannheim verschaffte sich Prof. Roser einen ersten Eindruck über den Prozess der Bearbeitung von Asylanträgen.

Lean for Refugees

HTV-Life®-Prüfzeichen zeigen, dass ihre Produkte keine lebensdauerbegrenzenden Sollbruchstellen enthalten. Die Hersteller haben dadurch einen klaren Wettbewerbsvorteil. Für Endverbraucher erhöht sich die Transparenz beim Kauf.

Unabhängig davon können Hersteller hochwertiger und langlebiger Produkte ihren Kunden bereits jetzt durch das

Initiative findet Resonanz bei Behörden und freiwilligen Unterstützern

Die Initiative "Lean for Refugees" zielt auf einfachere, schnellere und menschlichere Bearbeitung von

Asylanträgen ab. Ein Beitrag der Lean Community zur Bewältigung einer gesellschaftlichen Herausforderung.

In der letzten Yokoten-Ausgabe gab Mari Furukawa-Caspary die Anregung, in langwierigen Asylverfahren mit Leanmethoden Abhilfe zu schaffen – mit Fokus auf einfache Prozesse, schnellere Durchlaufzeit und mehr Menschlichkeit. Spontan entschlossen sich die Hochschulprofessoren, Prof. Dr. Constantin May, Prof. Dr. Christoph Roser und Prof. Dr. Andreas Syska, die Initiative "Lean for Refugees" zu gründen.

Das HTV-Prüfzeichen bestätigt, dass ein Produkt langlebig ist und keine lebensdauerbegrenzenden Sollbruchstellen eingebaut wurden.
Das HTV-Prüfzeichen bestätigt, dass ein Produkt langlebig ist und keine lebensdauerbegrenzenden Sollbruchstellen eingebaut wurden.

Erste Workshops in Planung

Prof. Roser stieß auf offene Türen bei der Landeserstaufnahmestelle (LEA) in Mannheim und bei der neu eingerichteten Landesaufnahmestelle in Heidelberg. Es sind aktuell Workshops in Planung, wo Leanexperten gemeinsam mit Studenten und den Mitarbeitern erste Bestandsaufnahmen und Prozessverbesserungen voreinige Lean-Experten, welche die Aktion unterstützen möchten. Weitere Unterstützer sind willkommen. nehmen werden. Verbesserungspotenzial sieht Prof. Roser auf den ersten Blick im Einsatz von visuellem Management, um die Abläufe besser zu steuern und Missverständnissen vorzubeugen.

Aktuelle Informationen zur Initiative und Möglichkeit zur Kontaktaufnahme unter: www.lean-for-refugees.de

Kaum war die Website der Initiative online, da meldeten sich auch schon