Das Erkennen von geplanter Obsoleszenz direkt beim Kauf ohne Blick ins "Innenleben" oder die Durchführung diverser Härte- und Belastungstests ist in der Regel sehr schwierig. Gerade bei Digitalgeräten erweist sich dies als zunehmendes Problem, denn nirgendwo lassen sich vorsätzlich integrierte Lebenszeitbegrenzer so leicht verstecken wie in Geräten, die programmiert werden müssen. Ein Beispiel hierfür sind in Drucker eingebaute Zählerchips, die nach einer bestimmten Anzahl gedruckter Seiten das Gerät auf Störung setzen oder zum Ausfall bringen. Auch die minderwertige Qualität des Zubehörs ist von außen meist schwer zu erkennen. Billige Display-Einschaltknöpfe beispielsweise, die mit einer Plastikanstatt einer Metallfeder verbaut sind, nutzen sich deutlich schneller ab. Bricht diese Feder, so fließt beim Druck auf den Einschalter kein Strom und es erscheint kein Bild auf dem Monitor. Dies erweckt den Eindruck, das ganze Display sei defekt.

Die Firma HTV aus Bensheim berät Verbraucher und Unternehmen und gibt nützliche Tipps und Tricks gegen geplante und ungeplante Schwachstellen in Produkten. Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Kriterien, die bereits rein äußerlich auf geplante Obsoleszenz hindeuten:

Hinweise in Produktbeschreibung

Gebrauchsanleitung auf "ausschließliche Nutzung im Kurzzeitbetrieb" (z.B. Küchengeräte, die nicht länger als drei Minuten benutzt werden dürfen) lassen auf ein Produkt schließen, an dem der Verbraucher nicht lange Freude haben wird. Missachtet man solche Zeitvorgaben, dann kann das Gerät sehr

Beschränkende Hinweise z.B. in der schnell überhitzen und es tritt ein irreparabler Defekt ein, bedingt durch den Einsatz von ungeeigneten Plastikteilen oder zu schwach dimensionierten Elektronikteilen.

Überhitztes Netzteil, das im HTV-Labor getestet und mit der Wärmebildkamera aufgenommen wurde.
Überhitztes Netzteil, das im HTV-Labor getestet und mit der Wärmebildkamera aufgenommen wurde.

Aufbau des Gerätes

Eventuelle Reparaturen am Gerät sind äußerst kostenintensiv oder erst gar nicht möglich (z.B. nicht austauschbare Akkus in Smartphones, die zudem bereits nach 500 Ladezyklen, d.h. nach ca. 2 Jahren, defekt sind. Oder Geräte, die keine Schrauben besitzen und deshalb nur schwer zu öffnen sind bzw. beim Öffnen zerstört werden wie z.B. die verschweißten Gehäuse einiger Tablets).

Ungewöhnliche Handhabung

Die Notwendigkeit einer besonderen, für diese Produktklasse ungewöhnlichen Handhabung eines Produktes (z.B. keine Sonneneinstrahlung, besondere Pflege, maximale Temperaturen) deutet ebenso auf geplante Obsoleszenz hin.

Fehlen von Qualitätsmerkmalen

Ein weiteres Indiz für eine sehr begrenzte Lebensdauer eines Produktes ist das Fehlen segmentspezifischer Qualitätsmerkmale auf der Verpackung oder in der Gebrauchsanleitung. So sollten Bad- und Küchenartikel beispielsweise stets "rostfrei" sein. Bei Elektronikgeräten erwartet der Kunde, dass diese "langlebig", "zuverlässig" und "robust" sind. Hierzu kann man sich Berichte in Testmagazinen oder die Bewertungen in Verbraucherforen im Internet anschauen.

Abb. 4: Das Röntgenbild zeigt den Chip in einer Druckerpatrone. Der Hersteller kann den Chip so programmieren, dass nur herstellereigene Tintenpatronen funktionieren und dass das Gerät nach einer bestimmten Anzahl gedruckter Seiten ausfällt.
Abb. 4: Das Röntgenbild zeigt den Chip in einer Druckerpatrone. Der Hersteller kann den Chip so programmieren, dass nur herstellereigene Tintenpatronen funktionieren und dass das Gerät nach einer bestimmten Anzahl gedruckter Seiten ausfällt.

Garantiezeit

Beträgt die Garantiezeit nur die gesetzlich vorgeschriebene Dauer, so könnte dies ebenfalls auf lebensdauerbegrenzende Sollbruchstellen hindeuten.

Unternehmen sollten sich also in die Lage ihrer Kunden versetzen und schon im Vorfeld daran arbeiten, Qualität zu liefern. Außerdem sind Unternehmen ja oft selbst "Endverbraucher", z.B. wenn es um den Kauf von Bürogeräten oder Maschinen geht.

Haben Sie den Verdacht, ein Produkt mit geplanter Obsoleszenz erworben zu haben? Dann melden Sie das Produkt an HTV-Life. Sie können dort auch die durch HTV bereits geprüften Produkte einsehen. Mehr über das Thema geplante Obsoleszenz erfahren Sie unter: www.htv-life.com

Die Wärmebildkamera erkennt Komponenten, die überhitzt sind.
Die Wärmebildkamera erkennt Komponenten, die überhitzt sind.
Das Prüfzeichen unterstützt Unternehmen, die keine absichtlichen Sollbruchstellen einbauen und hilft Verbrauchern bei der Orientierung in der Kaufphase.
Das Prüfzeichen unterstützt Unternehmen, die keine absichtlichen Sollbruchstellen einbauen und hilft Verbrauchern bei der Orientierung in der Kaufphase.