Jede gute Führungskraft weiß, Inspiration, Feedback und Selbstreflektion sind essenzielle Bestandteile persönlicher Weiterentwicklung. Getreu einem der wesentlichen Werte der Kultur Toyotas, dem "Streben nach Perfektion" steht dies – neben der "kontinuierlichen Verbesserung der Prozesse" – im Mittelpunkt täglicher Verbesserung bzw. einer lernenden Organisation. Um ein "guter" Coach zu sein ist es erforderlich, regelmäßig Feedback zu erhalten und auch Feedback zu geben. Diese Aufgabe wird durch den 2nd-Coach übernommen.
Feedback ist wichtig
• Ablauf des Coachinggespräches, • Ist-Zustand des Prozesses und • Standpunkt des Verbesserers.
Während des Coachings ist der Coach "im Prozess". Das bedeutet: Er kann sich, besonders als Anfänger, auf nichts anderes konzentrieren, als auf das Coaching. Es fehlt ihm die Wahrnehmung darüber, wie der Verbesserer sich verhält, über sein eigenes Verhalten bis hin zum Überhören wesentlicher Informationen über den operativen Prozess. Nur mithilfe der Hinweise des 2nd-Coaches als externem Beobachter wird er in der Lage sein, sich persönlich und seine Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Durch die Rückmeldung des Beobachters wird der Coach in seiner Problemlösungsfähigkeit und in der Anwendung der Coachingkata geschult. Wenn beispielsweise Unklarheiten im Coaching auftreten, der Coach nicht weiß, wie das Coaching fortgesetzt werden kann oder das Gespräch keinen Mehrwert in Bezug auf die Verbesserung des Prozesses bringt, ist die Unterstützung durch den 2nd-Coach eine große Hilfe. Er achtet darauf, dass sich beim Coach keine falsche Routine einschleicht und hilft ihm dabei, seine Probleme im Coaching zu erkennen und zu verbessern. Dies tritt insbesondere in der Anfangsphase als Junior-Coach, aber durchaus auch bei Senior-Coaches auf. In seiner Rolle als "externer" Beobachter achtet der 2nd-Coach auf folgende Punkte:
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Vorbereitung auf den Prozess
Der 2nd-Coach bereitet mit dem Coach zusammen das Coaching vor, beobachtet ihn zielgerichtet während des Gesprächs, macht sich dabei Notizen und führt ihn anschließend in der Nachbereitung. Um die Fähigkeit zur Selbstreflektion zu entwickeln, führt der 2nd-Coach den Coach während der Vor- und Nachbereitung im wesentlichen über Fragen (siehe Taschenkarte 2nd-Coach). Ergänzend hierzu gibt er ihm im Anschluss an das Coaching ein zielgerichtetes Feedback in Bezug auf die oben genannten Punkte.
Vorbereitung des Coachings
In der Praxis kommt es nicht selten vor, dass der Coach zu spät aus einem Meeting kommt und ins Coaching "stolpert". Durch die fehlende Vorbereitung ist der Coach in-
Taschenkarte 2nd-Coach Frageroutine
Vorbereitung
Nachbereitung
Coachin g
Vorbereitung auf den Verbesserer
Was war der letzte Schritt des Verbesserers?
Wo steht der Verbesserer (im aktuellen Lernfeld) aktuell?
Was ist der aktuelle Ergebnis-Wert & Ist-Zustand des Prozesses?
Welche Hindernisse halten ihn davon ab, das Ziel-Bild zu erreichen?
Reicht der Fortschritt der Verbesserungsaktivitäten aus, um den Ziel-Zustand zum Termin zu erreichen?
Welche Einflüsse auf das Lernfeld kennst Du und was ist der aktuelle Haupt-Einfluss?
Was ist Deine Zielsetzung für das nächste Coaching? C
1. Persönlich für den Coach 2. Auf die Fähigkeiten des Verbesserers 3. Inhaltlich auf den operativen Prozess haltlich nicht sicher, was der Verbesserer natürlich sofort bemerkt, da dem Coach inhaltliche Zusammenhänge nicht klar sind und ihm Fehler unterlaufen. Damit dies nicht passiert, muss sich der Coach bestmöglich auf das Gespräch vorbereiten. Am intensivsten findet dies zusammen mit dem 2nd-Coach statt. Im Rahmen der Vorbereitung muss sich der Coach gedanklich auf das aktuelle Verbesserungsprojekt vorbereiten und die letzten Schritte und den aktuellen Stand reflektieren. Dies umfasst sowohl die aktuelle Ziel-Erreichung, als auch Fortschritt der Verbesserungsaktivitäten und die aktuellen Hindernisse, die der Erreichung des Ziels zum vereinbarten Termin gegenüber stehen.
Damit der Coach bestmöglich auf das Gespräch vorbereitet ist, führt der 2nd-Coach die Vorbereitung anhand von Fragen. Sofern inhaltliche Unklarheiten in Bezug auf den operativen Prozess oder den Standpunkt des Verbesserers auftreten, stellt der 2nd-Coach vertiefende
Taschenkarte 2nd-Coach Frageroutine
Reflektion des
Feedback des 2nd-Coaches
Coaches
Wie lief das Coaching aus Deiner Sicht?
dem „technischen Ablauf“ sind: - zeitliche Verteilung - Einhaltung der Frageroutine - Anzahl vertiefender Fragen
Wie hast Du Deine Zielsetzung erreichen können? - Wie kam es dazu?
Dir sind (zum Beispiel): - Mentale Präsenz & Aussprache - Verbindung zum Verbesserer - Wissensstand zum Prozess
Wo steht der Prozess aktuell?
Dem aktuellen Lernfeld des Verbesserers sind: - Er macht ... bereits gut - Ausbaufähig ist... - Aktuelle Hindernisse sind...
Wo steht der Verbesserer (im aktuellen Lernfeld) aktuell?
Was hast Du aus dem Coaching/der Reflektion gelernt? F
Was ist deshalb Dein nächster Schritt (für das nächste Coaching) G
Fragen. Unter Umständen ist es zudem notwendig, dass Coach und 2nd-Coach sich vor Ort am Gemba ein gemeinsames Bild über den operativen Prozess, den Fortschritt und den Standpunkt bzw. das Aktivitätslevel des Verbesserers machen (z.B. durch Blick auf die Verbesserungstafel, Aufzeichnungen, Kennzahlen oder durch Gespräche mit den Mitarbeitern vor Ort). Aufbauend auf diesen Vorbereitungen definiert der Coach ein Ziel für das nächste Coaching, das sich auf eines der folgenden Themen bezieht:
Anhand dieser Zielsetzung richtet der 2nd-Coach seinen Schwerpunkt für seine Beobachtungen während des anschließenden Coachings aus.
Beobachtung des Coachings
Der 2nd-Coach nimmt am Coaching als "stiller Beobachter" teil – er macht sozusagen eine Prozessbeobachtung. Während seiner Beobachtung erfasst er die relevanten Daten des Coachingprozesses in Bezug auf
1. Coaching-Technik: Gesamtdauer des Coachings, Dauer je Frage, Art und Anzahl vertiefender Fragen 2. Den Coach: Mentale Präsenz, Beziehung zum Verbesserer, Atmosphäre, Klarheit der Aussagen und der Körpersprache 3. Standpunkt des Verbesserers: Aussagen und inhaltliches Verständnis des Verbesserers, Umgang mit den Elementen der Verbesserungskata und den Vorlagen.
• Persönlich für den Coach (z.B. dass er den Verbesserer anhand klarer Visualisierungen zu einem konkreten nächsten Schritt bringen möchte) • Die Fähigkeiten des Verbesserers (z.B. was dieser in Bezug auf die Erfassung der Kennzahlen lernen muss) • Auf den operativen Prozess (z.B.: Kennzahlen müssen dringend erfasst werden).
Vorberei-
Nachberei-
Coachin
Weitere Informationen zur Arbeit des 2nd-Coaches sowie Vorlagen zum Ausdrucken der Taschenkarten unter:
tung
tung
Durch die strukturierte Beobachtung kann der 2nd-Coach zielgerichtet durch die Nachbereitung führen und ein konkretes Feedback geben, das für den Coach nachvollziehbar ist.
Nachbereitung des Coachings
Die Nachbereitung bietet dem Coach die beste Gelegenheit zu lernen, da Coach und 2nd-Coach ein gemeinsames Bild des Gespräches haben und dies reflektieren können. Nachdem der Coach seine Aufzeichnungen fertig gestellt hat, führt der 2nd-Coach den Coach auch in der Nachbereitung mithilfe von Fragen, um die Selbstwahrnehmung des Coaches zu steigern. Er muss in die Lage versetzt werden, die wesentlichen Punkte bereits während des Coachings zu erkennen und selbst zu korrigieren. Aus diesem Grund befragt der 2nd-Coach den Coach nach dem Ablauf des Coachings, nach seiner Sicht über die Erreichung seiner Zielsetzung und nach dem Standpunkt des Verbesserers. Mithilfe von vertiefenden Fragen arbeitet der 2nd-Coach seine Haupt-Beobachtungspunkte und Schwerpunkte des Gespräches heraus und ergänzt diese mit seinen Beobachtungen aus dem Gespräch. seinen Beobachtungen, zum Coach persönlich und zum Standpunkt des Verbesserers. Das Feedback sollte so gestaltet sein, dass nur ein bis drei wesentliche Beobachtungspunkte des Gespräches besprochen werden, da die Nachbereitung andererseits sehr lange dauert und sich der Coach auch nicht alle Punkte merken kann. Zudem muss das Feedback auf den Beobachtungen aus dem Coaching aufbauen und für den Coach nachvollziehbar und verständlich sein. Aufbauend auf der Selbstreflektion und dem Feedback des 2nd-Coaches leitet der Coach einen nächsten Schritt ab und plant, was er bis zum nächsten Coaching umsetzen möchte.
Aufbauend auf der Reflektion des Coaches gibt ihm der 2nd-Coach – je nach Schwerpunkt und Zielsetzung – ein Feedback zum "technischen" Ablauf des Gespräches, zu
