Feier für Absolventen des Bachelor-Studiengangs Wertschöpfungsmanagement

Dass der berufsbegleitende Studiengang für gestandene Praktiker überhaupt eingerichtet wurde, ist einigen engagierten Menschen an der Hochschule Ansbach zu verdanken. Einer davon ist Prof. Dr. Constantin May, der seit 1999 Professor an der Hochschule ist. Schon früh suchte er den Kontakt zur Industrie und gründete 2003 einen Arbeitskreis für die Zusammenarbeit mit Unternehmen. Als er mit TPM und Lean in Berührung kam, war er sofort Feuer und Flamme für diese Managementphilosophie. „Uns war schnell klar, dass dieses Thema im Studium zu kurz kam. Es war im Studienplan von künftigen Ingenieuren und Managern kaum vertreten, und in den Unternehmen fehlten Wertschöpfungsexperten“, erinnert sich Prof. May.

Als sich die Möglichkeit bot, einen berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang Wertschöpfungsmanagement einzurichten, wurde im April 2010 der Entschluss gefasst, diesen Studiengang im Rahmen eines Modellversuchs zu etablieren. Mit hohem persönlichen Einsatz erstellten die Beteiligten ein Konzept – Mitte September kam die Genehmigung vom Ministerium. Wenige Wochen später saßen die ersten Studenten im Hörsaal.

„Die Hochschule Ansbach hat mit diesem Studiengang neue Wege beschritten. Mit dem Konzept der Verzahnung von akademischer Ausbildung und Beruf ist etwas Besonderes geschaffen worden“, sagte Prof. Dr. Ute Ambrosius, Präsidentin der Hochschule Ansbach. „Beruf und Studium gleichermaßen zu bewältigen ist eine reife Leistung“ betonte sie. Die Studenten hätten sich entschlossen, eine Herausforderung anzunehmen und ihre Unternehmen haben sie dabei unterstützt und begleitet. Für beide Seiten sei es ein Wagnis gewesen. Das Studium mache die Studierenden innovativ, kreativ und kompetent. „Ich bin stolz auf unsere Hochschule und auf die Studenten, die sich durchgebissen haben“. Max Heller vom Hochschulrat betonte den Stellenwert des lebenslangen Lernens und lobte Mut, Fleiß, Engagement und Durchhaltevermögen der Absolventen, die nun als gestärkte Persönlichkeiten die Hochschule Ansbach verlassen würden. „Weiterbildung ist ein wichtiger Aspekt der Zukunftssicherung“, betont er.

Dann hatten die Studierenden das Wort: „Vor drei Jahren hat man uns Pioniere genannt. Nun sind wir am Ziel angekommen“. Anhand eines Potpourris mit vielen Bildern und Zitaten gaben sie Einblicke in das bunte Studentenleben. Der Weg habe aus der Stabilität in die Veränderung und wieder zurück geführt. Besonders schätzten die Absolventen die praxisorientierten Übungen in Unternehmen und die Qualität der Vorlesungen. Dies sei eine gute Alternative zur „Power-Point-Vergiftung“ gewesen. So habe beispielsweise die Dozentin Monika Köppl mit der Metapher „Wie esse ich einen Elefanten? Stück für Stück“ klar gemacht, dass man sich nicht alles auf einmal vornehmen soll, sondern schrittweise das Ziel erreicht. Und sie habe vermittelt, wie wichtig es ist, Probleme als Chancen zu behandeln.

Ein Wissens-Tsunami

Zusammenfassend präsentierten die Absolventen ihr persönliches Feedback zum Studium: Motivierend sei gewesen, dass bereits im ersten Semester unter den Studierenden eine richtige Begeisterung entstand. Diese positive Gruppendynamik habe bis zum Schluss angehalten. Der Start sei für die etwas älteren Studenten nicht einfach gewesen. Sie hinterfragten oft den Stoff und es gab Diskussionen. „Als Führungskräfte waren wir es gewohnt, Anweisungen zu erteilen, nun mussten wir gehorchen“. Und sie mussten wieder lernen zu lernen – teilweise sehr zur Freude der eigenen Kinder, von denen manche zeitgleich mit dem Papa ihr Studium absolvierten. Persönlich hätten die Studierenden eine ungemeine Erweiterung des Horizonts erlebt. Durch Umsetzung prüfungsrelevanter Projekte konnte das Erlernte direkt in die Betriebe getragen werden. Es sei gelungen, die anfängliche Skepsis von Kollegen und Vorgesetzten in Begeisterung umzuwandeln. Der Vorgesetzte eines Studierenden habe gesagt: „Nach jedem Studienblock kommt ein Wissens-Tsunami über das Unternehmen“. Wertvoll finden die Absolventen das entstandene Netzwerk und die Einblicke in unterschiedlichste Branchen.

„Es ist eine tolle Sache, dass wir den Studiengang ins Leben rufen konnten“ sagt Erwin Stallwitz, Leiter des Studiengangs Wertschöpfungsmanagement. Er habe beobachtet, dass sich die klassischen Meisteraufgaben stark gewandelt haben. Meister und Techniker würden immer mehr für Lean Management und Führungspositionen herangezogen. Die neuen Organisationsstrukturen in Unternehmen würden oftmals ein Studium erfordern, welches das Handwerkszeug und die Möglichkeit zur Weiterentwicklung liefert. Und genau hier setze der berufsbegleitende Bachelor-Studiengang an. So haben Meister, Praktiker mit Berufsausbildung, Techniker oder Technische Betriebswirte auch ohne Abitur die Möglichkeit zu studieren. „Anfangs hatte ich Bedenken wegen des fortgeschrittenen Alters der Studierenden im Hinblick auf das Lernen“ räumt er ein. „Doch die Studierenden konnten ihre umfangreiche Berufserfahrung gut mit der Theorie zusammenführen und es ist ihnen nicht schwer gefallen, sich das Wissen anzueignen“, freut er sich. Im Gegensatz zu vielen jungen Studenten würden die Älteren Wert darauf legen, den Stoff zu verstehen und nicht nur auswendig zu lernen.

Der Einstieg in den Studiengang ist jeweils zum Wintersemester möglich. Interessenten können sich im Rahmen eines individuellen Beratungsgesprächs über ihre Möglichkeiten informieren. Weitere Informationen: www.wertschoepfungsmanager.de

Neue Hüte und strahlende Gesichter. Die frisch gebackenen Bachelor of Arts in Wertschöpfungsmanagement: Marc Niedermayer, Ingo Steber, Frank Schühlein, Roland Ammon, Thomas Pfister, Manfred Fröba, Susanne Materna-Ruffershöfer, Michael Hofmann, Michael Köfer, Klaus Schell, Markus Gabler, Martin Schnurbusch, Gottfried Nuber.

Prof. Dr. Ute Ambrosius, Präsidentin der Hochschule Ansbach, überreichte die Urkunden an die Absolventen.
Prof. Dr. Ute Ambrosius, Präsidentin der Hochschule Ansbach, überreichte die Urkunden an die Absolventen.
Dr. Oliver Prause, Vorstandsvorsitzender des Institut für Produktionserhaltung (InfPro) überreicht den mit 1000 € dotierten Preis an die beste Absolventin, Frau Susanne Materna-Ruffershöfer.
Dr. Oliver Prause, Vorstandsvorsitzender des Institut für Produktionserhaltung (InfPro) überreicht den mit 1000 € dotierten Preis an die beste Absolventin, Frau Susanne Materna-Ruffershöfer.