Grenzen überschreiten durch wissenschaftliche Vorgehensweise
Beim Einsatz der Verbesserungskata geht es nicht um Methoden, sondern um ein Mindset, das in einer Organisation gemeinsames Lernen und das stetige Streben nach Verbesserungen bei allen Beteiligten fördert. „Durch bewusstes Üben gelingt es, eine wissenschaftliche Haltung zu entwickeln“ erklärt Mike Rother, dessen Buch „Die Kata des Weltmarktführers“ inzwischen in 18 Sprachen übersetzt wurde. „Alles was wir sehen, wird beeinflusst durch Wahrnehmungsverzerrungen“ betont er. Daher sei es wichtig, die Beeinflussung von Handlungen durch vorgefertigte Meinungen, die sich aufgrund früherer Erlebnisse festgesetzt haben, auszuschalten. Dies gelänge durch eine wissenschaftliche Vorgehensweise zur Lösungsfindung.
„Mit dem Werbeslogan Nichts ist unmöglich hat Toyota nicht übertrieben“ so Gerardo Aulinger. „Die Lösung ist da, wir sehen sie nur nicht“ sagt er und stellt die Frage: „Warum haben wir im Mittelalter keine Düsenjets gebaut?“ Seiner Meinung nach wäre dies möglich gewesen, denn rein physikalisch habe sich nichts verändert. Seine Erklärung: „Es ist eine Vorstellungsgrenze, keine reale Machbarkeitsgrenze“. Mit der KATA könne man diese Grenze überschreiten: „Wir wollen eine andere Denk- und Arbeitsweise, die wissenschaftlich ist. Wir wollen Wissen schaffen“. Wichtig sei es, erst das Problem zu verstehen und sich dann einer Lösung anzunähern. Er plädiert dafür, nicht die ROI-Formel (Rechnet sich das?) als Entscheidungshilfe zu nehmen, ob man etwas tun soll, sondern unter dem Aspekt „Wie tue ich es?“ Herausforderungen anzugehen, wobei das Budget Teil des angestrebten Ziel-Zustandes sein kann.
Produktionsbzw. Werkleiter aus den Unternehmen Siemens AG, BMW Group, Continental AG, Schmitz Cargobull AG, Daimler AG und Phoenix Contact GmbH & Co. KG berichteten über ihre Erfahrungen mit der KATA. „Achterbahn der Emotionen“, „Jeden Tag ein neues Experiment“ oder „Integration von KATA in ein vorhandenes Produktionssystem“ waren beispielsweise die Titel der Präsentationen. Detaillierte Berichte über die „KATA-Pioniere“ folgen in den nächsten Yokoten-Ausgaben. Präsentationen und Videoaufzeichnungen der Vorträge finden Sie unter www.cetpm.de/kata.
