9. CETPM Benchmarktreffen bei Thüringische Weidmüller

Am Fuße der Wartburg erlebten rund 30 Teilnehmer zwei großartige Tage. Das 9. CETPM-Benchmarktreffen war keine Veranstaltung, die man nur als Zuhörer konsumiert – die Besucher wurden durch praktische Workshops herausgefordert, und sie durften hautnah in das Weidmüller-Produktionssystem (WPS) eintauchen. Los ging es bereits am ersten Tag mit einem Planspiel zum Thema „Qualitätsbewusstsein“. Thomas König, Ingo Meister und Friedemann Müller vom Gastgeberwerk begleiteten die Gäste durch die Simulation. So erlebten Mitspielende und Zuschauer, dass sich die Investition in Qualität auszahlt. Es wurde transparent, dass zunächst ein gewisser Aufwand an Kosten und Ressourcen erforderlich ist, aber letztlich die Vorteile eines ausgeprägten Qualitätsbewusstseins überwiegen. Jede Führungskraft bei Weidmüller wird anhand dieser Simulation, die dem Monopoly-Spiel ähnelt, für Qualitäts-Themen sensibilisiert.

Die Organisatoren der CETPM-Benchmarktreffen, Roman Hymer, Fachbereichsleiter, Welser Profile Deutschland GmbH, Bönen, und Markus Bruder, Geschäftsführer OEEsmart, Lengede, freuten sich, erstmals Teilnehmer in Thüringen begrüßen zu dürfen.

Wenig Theorie – viel Praxis

Am zweiten Tag begrüßte Geschäftsführer Ulrich Halbey die Besucher im Werk der Thüringischen Weidmüller GmbH in Wutha-Farnroda und stellte das Unternehmen vor. Bettina Geißhirt, WPS-Beauftragte, gab eine kurze Einführung zum Programm „TPM bei Weidmüller“. Dass KVP ganz einfach ist, wenn man die Mitarbeiter mitnimmt und richtig einbindet, veranschaulichte Carla Latijnhouwers, Seniorconsultant und Trainerin, in ihrem Vortrag „Den KVP zum Erfolg führen“.

Bei der anschließenden Betriebsführung präsentierten Mitarbeiter aus Produktion und Administration ihre Verbesserungsprojekte. „Wir fanden dort ein sehr reifes Produktionssystem vor und die Begeisterung der Mitarbeiter war überall zu spüren“ erzählt Prof. Dr. Constantin May, Director des CETPM. Überwältigt waren die Teilnehmer von der herzlichen Gastfreundschaft der Weidmüller-Belegschaft. Die Mitarbeiter haben mit Freude die Besucher empfangen und in der

Mittagspause selbst für die Gäste gegrillt. Frisch gestärkt engagierten sich die Teilnehmer danach in den KVP-Workshops. Hier eine Zusammenfassung der im Rahmen der Workshops gewonnenen Erkenntnisse:

Es gilt, Ziele zu setzen und diese anhand klarer Richtlinien einzufordern. Die Herausforderung dabei ist, einen realistisch umsetzbaren Rahmen zu schaffen, der nicht zu eng ist. Ein Rollenwechsel (Was würde ich an dieser Stelle tun?) ist für Führungskräfte ebenso hilfreich wie die Frage: „Habe ich das Ziel erklärt?“ und die Nachfrage, ob etwas unklar ist. Und das Wichtigste: Einfach üben. Zum Abschluss des Tages gab es wieder die „Tipps & Tops“ Feedbackrunde, wo neben den Teilnehmern auch Prof. May, aus seiner Awarding-Erfahrung heraus, dem Unternehemen weitere Handlungsfelder für Verbesserungen aufzeigte.

„Die Freundlichkeit und Offenheit der Mitarbeiter der Firma Weidmüller haben mich begeistert. Dass KVP bei Weidmüller intensiv gelebt wird, zeigt sich festlegen können, innerhalb welcher Grenzen diese absoluten Freiraum für ihre Verbesserungsideen haben. „Dabei ist mir klar geworden, dass wir in dieser Hinsicht bei uns noch etwas nachschärfen müssen“, so die Erkenntnis der Teilnehmerin. für mich an den vielen pfiffigen und individuellen Lösungen“ so Nadine Wohlfarth, KVP-Trainerin, MEDIKOMP GmbH, Rastatt. „Weidmüller misst die Mitarbeiterzufriedenheit – das habe ich in dieser Form noch nie gesehen und ich finde es toll“. Begeistert war sie auch von dem Workshop von Carla Latijnhouwers, die ein Konzept vorstellte, wie Führungskräfte in einer Art „Vertrag“ mit den Teams festlegen können, innerhalb welcher Grenzen diese absoluten Freiraum für ihre Verbesserungsideen haben. „Dabei ist mir klar geworden, dass wir in dieser Hinsicht bei uns noch etwas nachschärfen müssen“, so die Erkenntnis der Teilnehmerin.

9. CETPM Benchmarktreffen

Dr.-Ing. Thomas Heller, Abteilungsleiter Anlagen- und Servicemanagement, Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik, Dortmund, war zum dritten Mal Teilnehmer eines CETPM-Benchmarktreffens. Beeindruckt war er von den innovativen TPM-Lösungen bei Weidmüller. „Man kann sicher einige Dinge auf andere Unternehmen übertragen, aber es gibt keine Universallösung“ betont er. „Bei Weidmüller konnte man sehen, wie ein Unternehmen aussehen kann, das schon weitestgehend fertig ist“. Ausgesprochen gut gefallen haben ihm die ergänzenden Workshops und das Planspiel, wo die Teilnehmer aktiv eingebunden wurden. Sein Fazit: „Hier habe ich mehr mitgenommen als von manchen Tagungen“.

Profitiert haben beide Seiten, denn mittels Fragebogen gaben die Besucher Feedback über ihren Eindruck. „Uns hat die Aussensicht der Teilnehmer interessiert“ begründet Ingo Meister, Leiter Prozessabschnitt MTFS, die Idee, die Besucher um Feedback zu bitten. Aus den Anregungen der Gäste, was noch verbessert werden kann, möchten er und sein Kollege Thomas König konkrete Maßnahmen ableiten.

Keine Berührungsängste hatten die Weidmüller-Mitarbeiter. Die Besucher durften das Produktionssystem hautnah erleben.
Keine Berührungsängste hatten die Weidmüller-Mitarbeiter. Die Besucher durften das Produktionssystem hautnah erleben.

Nach dem BMT ist vor dem BMT

Das 10. CETPM-Benchmarktreffen ist ein kleines Jubiläum und findet am 14. und 15. Mai 2014 statt unter dem Aspekt „Feiern und Netzwerken“. Als ganz besondere Location wurde die Zeche Zollverein in Essen ausgewählt, die zum Weltkulturerbe zählt. Interessante Referenten werden aus dem TPM-Nähkästchen plaudern und ein Gastgeberwerk wird seine Tore für die Teilnehmer öffnen. Sobald das Programm steht, finden Sie Infos unter www.cetpm.de/benchmark und in den nächsten Yokoten-Ausgaben.

1. Werkzeugwagen für unterschiedliche Tätigkeiten - vom Filtermobil bis zum Schmiermobil - erleichtern die Arbeit.

2. Ein Werkzeugwagen erleichtert Wartung und Instandhaltung.

3. Ein Ampel-Kanban signalisiert, wenn Materialnachschub erforderlich ist.

4. In der Verwaltung sorgen Ablagestandards für Transparenz und schnelle Zugriffszeiten.

5. Ein Stimmungsbarometer für die Mitarbeiter zeigt, ob alles im grünen Bereich ist.

Einige der pfiffigen Ideen, welche die Besucher bei Weidmüller begeisterten:
Einige der pfiffigen Ideen, welche die Besucher bei Weidmüller begeisterten:
Konzentration beim Planspiel „Qualitätsbewußtsein entwickeln“
Konzentration beim Planspiel „Qualitätsbewußtsein entwickeln“