Trends

Erkenntnisse und Trends von den ersten Fachkongressen dieses Jahres

Beim 3. Deutschen Kongress der Weltmarktführer diskutierten Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik über aktuelle Herausforderungen für Unternehmen. Prof. Reinhold Würth, Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats der Würth-Gruppe Künzelsau betonte, dass Führungskultur und motivierte Mitarbeiter ein wesentlicher Erfolgsfaktor seien. Und man müsse Neuem gegenüber aufgeschlossen sein. Sein Fazit: “Wir müssen uns wie die Schlangen häuten, um wachsen zu können. Nicht in erster Linie das universitäre Basiswissen, sondern unsere Kreativität wird uns voranbringen“.

China war ein Schwerpunktthema bei den Weltmarktführern. China sei nicht mehr die verlängerte Werkbank der Industrienationen, sondern setze den Fokus auf Innovationen und neue Technologien, betonte die Chinaexpertin Corinne Abele.

Jürgen Trittin, Fraktionsvorsitzender der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Berlin, sprach über die Chancen für die Wirtschaft durch die Energiewende. Vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen würden davon profitieren. Mittlerweile gäbe es 400.000 Beschäftigte in der Branche für alternative Energien und die Energiewende habe das Potenzial, zu einem großen Wachstumsprogramm für Deutschland zu werden.

Resssourcenknappheit im Angesicht der Globalisierung ist ein Thema, das uns die nächsten Jahre beschäftigen wird. Dies betonte Prof. Dr.-Ing. E.h. Dieter Spath, Institutsleiter des Fraunhofer IAO Stuttgart auf dem von seinem Institut veranstalteten Zukunftsforum 2013. Wir seien laut Umweltforschern gerade dabei, 2,3 Erden zu verbrauchen und man müsse grundsätzlich neue Ansätze im Umgang mit Ressourcen finden. Eine weitere Herausforderung für Unternehmen und Mitarbeiter sei die hohe Volatilität der Märkte, die eine enorme Flexibilität erfordere.

Um Siegerqualitäten ging es bei dem Kongress „Die Fabrik des Jahres“. Gesamtsieger war in diesem Jahr die Daimler-Tochter MDC Power GmbH in Kölleda. Dort setzt man auf Flexibilität und schnelle und E-Mail-freie Kommunikation. Probleme werden nicht aufgeschrieben sondern sofort gelöst. Dies sei nur als starke Mannschaftsleistung möglich, betonte Dr. Sven Breitschwerdt, Geschäftsführer MDC Power GmbH, Kölleda.

Den Wettbewerb „Die Fabrik des Jahres“ gibt es seit 21 Jahren, und die industrielle Produktion ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor der deutschen Wirtschaft. „Wir erleben die 4. Industrielle Revolution auf Basis von Cyber-Physischen Systemen“, sagte Prof. Dr.-Ing. Thomas Bauernhansl, Institutsleiter, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung, Stuttgart. Die Antwort auf steigende Komplexität sei die fraktale Fabrik mit dezentraler autonomer Intelligenz. In Zukunft würden „sich selbst organisierende Einheiten“ im Kleinen die Ziele des Gesamtsystems verfolgen. „Alte Wertschöpfungsstrukturen müssen neu gedacht werden“, so Prof. Bauernhansl. Entkoppelte, voll flexible und hochintegrierte Produktionssysteme seien Elemente von Industrie 4.0. Künftig könnten sich Systeme selbst vernetzen und Entscheidungen treffen: In der Endausbaustufe betreiben Planer Kontextmanagement und geben die Regeln vor. Der Auftrag organisiert seine Bearbeitung selbst. Nur wenn er sich meldet, greift der Mensch ein.

Politiker im Dialog mit Unternehmen auf dem 3. Kongress der Weltmarktführer: Wirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler, Grünen-Fraktionsvorsitzender Jürgen Trittin, Prof. Reinhold Würh und der Baden-Württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann
Politiker im Dialog mit Unternehmen auf dem 3. Kongress der Weltmarktführer: Wirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler, Grünen-Fraktionsvorsitzender Jürgen Trittin, Prof. Reinhold Würh und der Baden-Württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann