„Gute Fußballer laufen nicht dorthin, wo der Ball ist, sondern dorthin, wo er sein wird!“ Diese Analogie lässt sich laut Gerardo Aulinger, Kata-Botschafter und Kata-Coach, gut auf Unternehmen und Organisationen übertragen. So habe zum Beispiel der vor dem Konkurs stehende Hersteller des Blackberry an seiner Kernkompetenz der Mobilgeräte mit Tastatur festgehalten anstatt das Kundenbedürfnis eines größeren Displays als Herausforderung mit Kreativität anzugehen. Gerardo Aulinger fordert Unternehmen dazu auf, sich nicht nur auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren sondern den Blick auch darauf zu richten, was sie noch nicht können aber in Zukunft wissen sollten. Er bezeichnet dies als „Kern-IN-Kompetenzen“.

Anders das Beispiel des neuen VW-Werkes in Chattanooga, Tennesee, womit der deutsche Konzern eine Herausforderung des amerikanischen Automobilmarktes kreativ und mit Erfolg gemeistert hat. Frank Fischer, Vorsitzender VW Chattanooga und CEO berichtete, wie VW durch den für amerikanische Kundenbedürfnisse neu entwickelten US-Passat im Wettbewerb mit Platzhirschen wie dem Toyota Camry und dem Honda Accord nun auf dem Weg ist, die angepeilten Marktanteile zu erreichen.

Tag für Tag gemeinsam lernen

Aulinger und Rother betonten weiter: Damit ein Unternehmen, wie ein guter Fußballer, neue Entwicklungen antizipieren kann, bedarf es der Einbindung aller Mitarbeiter, die kollektiv, Tag für Tag, Schritt für Schritt anhand einer systematischen und wissenschaftlichen Kata gemeinsam lernen und sich in Richtung eines Ziel-Zustandes bewegen.

„Der beste und vielleicht sogar einzige Weg, Rückfall zu vermeiden, ist das Streben, sich stets wenn auch nur in kleinen Schritten.“

Dr. Ralph Richter, Werkleiter und Senior Vice President, Robert Bosch GmbH, Waiblingen, erläuterte, wie in seinem Werk die Unternehmensziele heruntergebrochen werden an den Wertstrom. Nach der Definierung von Zielzuständen bei den kritischen Prozessen würden anhand der Kata-Vorgehensweise Lösungen erarbeitet. „Jedes Team ist anders und es ist ein individuelles Coaching erforderlich“ betont Richter. Wichtig sei, dass die Ist-Situation detailliert verstanden werde und die Führungskräfte den Mitarbeitern Wertschätzung entgegenbringen. Führungskräfte lernen von Mitarbeitern

„Ich habe viel gelernt indem ich selber gelehrt habe“, so der Rückblick von Dr. Lutz Engel, Technischer Leiter, Seidel GmbH & Co. KG, Marburg, auf vier Jahre praktische Erfahrung mit der Kata. Er bestätigt die veränderte Rolle der Führungskräfte durch Kata-Coaching: „Sie müssen Bewusstsein schaffen für kontinuierliche Verbesserung“. Coaching bedeute hierbei, gemeinsam in Richtung eines herausfordernden Ziel-Zustandes zu experimentieren und zu reflektieren. Die wichtigste Aufgabe der Kata-Coaches sei es, die Menschen zu inspirieren, neue Erfahrungen zu machen. Mit der täglichen Anwendung der Kata würden Verhaltensroutinen eingeübt, um Hindernisse zu erkennen und diese abzubauen.

„Verbesserung muss rhythmisch passieren“ bestätigt Tilo Schwarz, Werksleiter, Festool GmbH, Neidlingen.

Das sei eine der Rahmenbedingungen, die ein Coach schaffen muss, damit die Kata erfolgreich sein kann. Außerdem müsse das Führungsverständnis verändert und eine klare Richtung vorgegeben werden.

Wie Kata-Coaching funktioniert zeigte Christian Berlinecke, Produktionsleiter bei der Ihlemann AG, Braunschweig. Praxisbeispiele dienten als Vorlage für Freiwillige aus dem Publikum, die in die Rolle von Mentor und Mentee traten, um anhand der fünf Kata-Fragen den Einsatz der Kata zu demonstrieren. „Wir zwingen uns am Anfang künstlich in Muster hinein, damit sie später einmal automatisch ablaufen“ erklärt Gerardo Aulinger. Durch Wiederholungen mit Lernerfolgen würden die Menschen sich das wissenschaftliche Grundmuster hinter den Coachings aneignen.

Steigendes Interesse an zielgerichtetem statt willkürlichem Verbessern ist auf der Production Systems zu erkennen. Das spiegelt sich auch online in der wachsenden Anzahl der Websites zum Thema Verbesserungs- und Coaching-Kata in Deutschland wider. Auf die Weiterentwicklungen, über die auf der 14. Production Systems am 5. und 6. Juni 2013 in Frankfurt berichtet wird, darf man gespannt sein.

Den Vortrag von Gerardo Aulinger zum Thema Coaching-Kata finden Sie als Video unter Kata-Praktikertag mit Gerardo Aulinger und Mike Rother

Für Kata-Anwender und -Interessierte findet der zweite Kata-Praktikertag am 30.11.2012 in Frankfurt statt. Auf dieser Plattform für einen hochkarätigen Erfahrungsaustausch berichten die Lean-Experten und Kata-Botschafter Gerardo Aulinger und Mike Rother über Erfahrungen und neueste Erkenntnisse rund um das Thema Kata. Am Vortag der Veranstaltung findet ein Einführungsworkshop zum Thema Kata statt.

Die Kata bringt Unternehmen, die auf dem Lean Weg sind, auf die nächste Entwicklungsstufe. Immer mehr Unternehmen verschreiben sich deshalb dieser Vorgehensweise. Erfahren Sie, wie Sie mit der Coaching-Kata und der Verbesserungs-Kata das Potenzial Ihrer Mitarbeiter voll entfalten können und wie kontinuierliche Verbesserungen zum selbstverständlichen Bestandteil des Tagesgeschäftes werden können.

Diskutieren Sie mit Kata-Anwendern und profitieren Sie von den wertvollen Erfahrungen aus deren Arbeit mit der Verbesserungs- und Coaching-Kata.

Infos: www.cetpm.de/kata2012